BLOG #04

HAUPTSACHE: NICHT DURCHDREHEN

Arbeitswelt und Familienleben in Zeiten von Corona

 

Regine Hoffmeister
April 2020

BLOG #03

HAUPTSACHE: NICHT DURCHDREHEN

Arbeitswelt und Familienleben in Zeiten von Corona

Regine Hoffmeister
April 2020
2wie20 - Blog #04 - Corona2wie20 - Blog #04 - Corona

Erst vor knapp zwei Monaten sind wir mit 2wie20 an den Start gegangen. Seitdem haben wir vielversprechende neue Kontakte geknüpft und erste Projekte angeschoben. Nach der langen Findungs- und Gründungsphase waren wir richtig begeistert, dass unser Geschäft stetig Fahrt aufnahm. Und jetzt? Vieles verschoben oder gecancelt wegen Corona.

Dafür muss sich in diesen Zeiten niemand schämen. Immerhin sind wir in der glücklichen Lage, unsere Agentur nicht ganz schließen zu müssen so wie viele Geschäfte und Restaurants. Wir haben immer noch etwas zu tun und könnten die übrige Zeit für Akquise, Fortbildungen und Büro-Organisation nutzen. Könnten, ja. Denn seit fast sechs Wochen hat auch die Kita geschlossen, und unsere 17 Monate alte Tochter turnt laut juchzend durchs Büro.

Zusammenarbeiten, zusammenleben, Eltern sein und weitgehend keine Abwechslung außerhalb der eigenen vier Wände. Wir haben bestimmt kein Patentrezept, aber wir möchten ein paar von unseren Erfahrungen mit euch teilen. Schließlich müssen wir alle es irgendwie schaffen, in den kommenden Monaten nicht durchzudrehen.

  • Dass man mit Kind zuhause acht bis zehn Stunden täglich arbeiten kann, ist eine Illusion. Ganz ehrlich, wir sind froh, wenn jeder von uns drei, vier Stunden am Tag schafft. Und wir sind immerhin zu zweit und können unsere Arbeitszeit als Freiberufler recht eigenständig organisieren. Also weg mit dem schlechten Gewissen. Die Zeit, die man hat, effizient nutzen, und danach abschalten.
  • Wer kümmert sich mehr ums Kind? Wer nimmt sich mehr Zeit für die Arbeit? Beliebtes Thema für Endlosdiskussionen. Schon vor Corona haben wir deshalb die Aufteilung beschlossen, dass einer die ungeraden Stunden mit Kind übernimmt, einer die geraden. So ungefähr jedenfalls. Bei drängenden Deadlines kann natürlich getauscht werden, genauso wenn der andere mal einen Ausflug mit Kind o.ä. plant. Wie der jeweils andere seine kinderfreie Zeit verbringt – ob mit Arbeit oder Ausspannen – ist ganz allein seine Sache. Das sind so die kleinen verbliebenen Freiheiten im Alltag.
  • Multitasking funktioniert nur begrenzt: Hausarbeit mit Kind geht, gerade wenn das Kind in einem Alter ist, in dem Spülmaschine ausräumen noch superspannend ist. Auch Buchhaltung oder Ordner neu organisieren geht irgendwie nebenbei. Kreativarbeit mit Kind auf dem Schoß geht definitiv nicht. Wer das versucht, dem platzt irgendwann der Kopf.
  • Strukturen schaffen, fokussiert bleiben: Während der Kita-Zeit unserer Tochter war für uns immer Power-Arbeitszeit. Kaum war sie aus dem Haus, blieben Abwasch, Bügelwäsche und Betten machen links liegen, denn jetzt war die beste Zeit für die ganz schwierigen Jobs, Kundengespräche, Kreativarbeit. Heute mit Kind zu Hause – und fast immer nur zu Hause – droht dieser Fokus zu verwischen. Da hilft aber nur gegenhalten, in der Kinderzeit voll und ganz die Zeit mit dem Kind genießen und in der Arbeitszeit konzentriert bleiben, auch wenn hinten im Kinderzimmer die Luzie abgeht.
  • Schon in Vor-Corona-Zeiten funktionierte die geschäftliche Kommunikation weitgehend per E-Mail, die private via WhatsApp oder Facebook. Das war praktisch und passte gut in unser hektisches Leben. Jetzt freuen wir uns über jeden Anruf von Kunden oder Freunden, die einfach nur mal hören wollen, wie es uns so geht. Also einfach mal zum Hörer oder Headset greifen.
  • Wir lernen dazu und finden Alternativen: Tools für Videokonferenzen via Skype, Facetime, Zoom oder Google Meet kannten wir zwar schon vorher, aber so richtig genutzt haben wir diese Kommunikationstechniken bisher nicht. Klar sind echte Treffen von Mensch zu Mensch deutlich sympathischer, aber für gewisse Zeit funktionieren diese Videokonferenzen überraschend gut. Zumindest solange im Hintergrund nicht gebrüllt wird. 😉
  • Die Freiräume nutzen, die man hat. Ganz ehrlich, wir als junge, oder besser mittelalte Eltern waren auch vor Corona monatelang nicht im Kino, Theater oder Restaurant. Jetzt, wo alles geschlossen hat, fangen wir an, diese Möglichkeiten zu missen. Lamentieren hilft bloß nicht weiter. Immerhin haben wir noch keine Ausgangssperre: Fahrradfahren, Spazieren gehen, ja sogar Joggen sind ja weiterhin erlaubt.
  • Lagerkoller ist okay und geht auch wieder weg, ganz bestimmt. Unter Umständen wird es noch sehr lange dauern, bis wir unser gewohntes Leben (hoffentlich) wiederhaben werden. Umso größer wird dann die Freude beim ersten Konzertbesuch, dem ersten Eis im Straßencafé und dem ersten Tag, an dem die Kita aufmacht und unsere Kleine wieder unbeschwert mit anderen Kindern spielen kann.

Kommt alle, die ihr das hier lest, gesund durch diese Zeit. Passt auf euch und eure Liebsten auf, indem ihr rücksichtsvoll miteinander umgeht. Lasst euch von Existenzsorgen bitte nicht erdrücken. Es kommen wieder bessere Zeiten.

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